„Mehrere Chirurgen führen in einem Operationssaal eine Gehirnoperation durch. Zwei von ihnen arbeiten konzentriert unter einem Operationsmikroskop. Im Hintergrund assistieren weitere medizinische Fachkräfte. Auf einem Monitor ist ein 3D-Bild eines Gehirns zu sehen. Der Raum ist steril, medizinische Geräte und Instrumente sind sichtbar. In der unteren linken Ecke steht „KI-generiertes Bild“.

GlioScope

Neuartiges hybrides Operationsmikroskop zur Hypericin-unterstützten Glioblastom-Therapie

Projektlaufzeit: 09.2025 bis 08.2027

Status: laufend

Hintergrund des Projekts

Das Glioblastom ist einer der bösartigsten und häufigsten hirneigenen Tumore. Die Standardtherapie, die operative Entfernung des Tumors, gefolgt von Radio- und Chemotherapie, ermöglicht nach aktuellem Stand keine Heilung. In den meisten Fällen beginnt der Tumor wieder zu wachsen, was zu einem Rezidiv führt. Dies stellt eine erhebliche Belastung für die Patienten und das Gesundheitssystem dar. Es besteht daher ein dringender Bedarf an neuen Therapieoptionen, die eine deutlich höhere Überlebenszeit oder sogar eine Heilung ermöglichen.

Die Idee

Das Projekt „GlioScope“ zielt darauf ab, ein neuartiges hybrides Operationsmikroskop (OPMI) zur Glioblastom-Therapie zu entwickeln. Dieses System soll die Vorteile eines klassischen und eines digitalen Operationsmikroskops vereinen. Die wesentliche Neuerung ist die Integration einer speziellen multispektralen Lichtquelle, die nicht nur für die intraoperative fluoreszenzbasierte Diagnostik (FD) und photodynamische Diagnostik (PDD) verwendet werden kann, sondern auch für die photodynamische Tumortherapie (PDT). Als Photosensibilisator soll dabei Hypericin (Hyp) eingesetzt werden.

Die Anforderungen

Bestehende Operationsmikroskope erfüllen die hohen Ansprüche an Präzision und Handhabung oftmals nur unzureichend oder sind sehr teuer. Zudem sind die klassischen Systeme groß und schwer in den Operationssaal zu integrieren. Obwohl digitale Operationsmikroskope kleiner sind, mangelt es ihnen an Akzeptanz bei erfahrenen Chirurgen, was hauptsächlich auf eine unzureichende Handhabung zurückzuführen ist. Ein weiterer Kritikpunkt ist die oft nicht ausreichende Tiefenschärfe bei hoher Vergrößerung.

Der Lösungsansatz

Das Projektteam entwickelt ein echt hybrides System, das es ermöglicht, sowohl durch ein Okular zu schauen als auch eine bildgestützte Operation über einen Bildschirm zu nutzen, was dem Operateur eine schonendere Körperhaltung ermöglicht. Ein hochempfindliches Stereokamerasystem und Bildauswertealgorithmen sollen dabei helfen, so viel Tumorgewebe wie möglich zu detektieren und zu entfernen. Eine eigens entwickelte medizinische Mikroskopaufhängung soll die flexible Positionierung des Mikroskops im dreidimensionalen Raum erleichtern, ohne dass der Chirurg seine Position ändern muss.

Das Ergebnis

GlioScope – ein integriertes System, das die fluoreszenzgeführte Glioblastom-Operation und die intraoperative PDT vereint, wäre ein bahnbrechender Fortschritt in der Neurochirurgie. Mit dem neuen Therapieansatz soll die Wahrscheinlichkeit für ein Tumor-Rezidiv reduziert werden. Dies würde die Zahl der Krankenhausaufenthalte und Behandlungen pro Patient verringern, das Gesundheitssystem entlasten und, am wichtigsten, die Überlebenswahrscheinlichkeit der Patienten signifikant steigern.

Die Partner

Partner
Rolle im Projekt
Jadent GmbH
Entwicklung des optischen Systems und der gesamten Mechanik des Operationsmikroskops. Dazu gehören die Konzeption, das optomechanische Design und die Integration der verschiedenen optischen Komponenten.
senetics healthcare group GmbH & Co. KG
Entwicklung und Herstellung von speziellen Applikatoren für eine vollständige Ausleuchtung der Wundhöhle. Dazu zählen die Anfertigung von Wundhöhlenmodellen, Wahl geeigneter Materialien sowie Oberflächenbearbeitungsverfahren und Sicherstellung der Biokompatibilität.
Stiftung für Lasertechnologien in der Medizin und Messtechnik an der Universität Ulm (ILM)
Entwicklung einer multispektralen Lichtquelle auf Basis von Hochleistungs-LEDs. Dazu zählen die Konzeptionierung, Designauslegung sowie die technische Realisierung und die Einkopplung des Lichts in den Applikatoren.
Hochschule Reutlingen
Erforschung und Entwicklung der KI-Algorithmen zur Tumorerkennung und Etablierung eines Wundhöhlenmodells basierend auf Tumorsphäroiden.
Universitätsklinikum Tübingen
Unterstützung der Partner bei der Entwicklung des OPMIs durch Bereitstellung von Erfahrungswerten und erste Testungen an Modellen

Ihr Ansprechpartner

Philip Eschenbacher M. Sc. Head of Department R&D and Techlabs

Philip Eschenbacher, M.Sc.
Head of Department R&D / Projektleiter
senetics healthcare group GmbH & Co. KG
Hardtstraße 16, 91522 Ansbach
Tel.: +49 981 9724 795-0
E-Mail: philip.eschenbacher@senetics.de

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