SIXTHSENSE

SIXTHSENSE

Smart Integrated eXtreme environmenT Health monitor with Sensory feedback for ENhanced Situation awarEness

Projektlaufzeit: 05.2020 bis 10.2023

Status: abgeschlossen

Hintergrund des Projekts

Die Idee

Grundidee des Projekts lag in der Frage: Wie kann man denen helfen, die ihr Leben dafür riskieren, anderen zu helfen?
Konkret gemeint waren hier insbesondere Rettungskräfte, wie Feuerwehren oder der Bergrettung, die in besonders schwierigem und risikoreichem Terrain zum Einsatz gerufen werden.

Die Anforderungen

Aus den frühen Gesprächen mit den Rettungskräften wurde eindrücklich aufgezeigt, welch starke Belastungen auf Körper und Geist in Mitten eines Waldbrandes oder am Gipfel eines Berges einwirken. Neben dem eigentlichen Kraftakt, das Equipment an Ort und Stelle zu benutzen, dabei noch Schutzausrüstung zu tragen und unerträglichen Temperaturen ausgeliefert zu sein, wirkt solch ein Einsatz natürlich auf die Psyche ein. Adrenalin treibt die Rettungskräfte an die Grenzen, ohne, dass sie selbst merken, wie stark die Belastung gerade ist. Schnell wird hier also eine Schwelle überschritten und man riskiert die eigene Gesundheit. Um dieses Bewusstsein zu generieren, und ggf. zu warnen, soll der technologische „sechste Sinn“ dienen.

Der Lösungsansatz

Lösungsidee: Gib den Rettungskräften einen „sechsten Sinn“ (vgl. SIXTHSENSE) in Form einer technologischen Lösung, die ihnen und ihren Kollegen frühzeitig Bescheid gibt, wenn die eigenen Kraftreserven aufgezehrt sind.

Das spannende an diesem Projekt war insbesondere die Vereinigung von internationaler Exzellenz durch angesehene Partner aus Forschung und Industrie, abgerundet durch die eindrückliche Expertise und Erfahrung der eigentlichen User.

Die Technologie

Der Ansatz war hier folglich, Vitaldaten von Rettungskräften zu sammeln, analysieren und so auszuwerten, dass neben der Person selbst, auch die Einsatzzentrale und/oder die unmittelbaren Kollegen im Einsatz die Kontrolle behalten. Es spielten also mehrere Hauptfaktoren eine wesentliche Rolle bei der Realisierung dieses Konzepts:

  • Messung von Vitalparametern, die Rückschluss auf die physiologische und psychologische Belastung zulassen
  • Entwicklung innovativer Sensorik
  • Vernetzung von Systemen zur Kommunikation
  • Vereinigung von robuster Datenakquisition und höchstmöglichem Maß an Usability/Comfort und Sicherheit
  • Vereinigung von Vitaldaten zur Bestimmung übergeordneter Aussagen hinsichtlich Stress, Erschöpfung/Müdigkeit, Dehydratation, o.ä.
  • Visualisierung der Analysen im Kontrollzentrum und Feedback System an die Nutzer
  • Integration im Gesamtsystem und realitätsnahe Validierung

Diese Themen spiegelten sich folglich in den entsprechenden Arbeitspaketen des Projekts wider, wobei jedoch auch offensichtlich war, dass dies Komplexität einen iterativen Ansatz benötigte. Demnach waren Entwicklungszyklen der Prototypen auf drei Phasen (Alpha-, Beta- und Gamma-Stage) aufgeteilt, deren Fortschritt stets bei Field-Trials durch Feuerwehrkräfte oder Bergretter evaluiert wurden.

Der Beitrag von senetics

Die senetics healthcare group GmbH & Co. KG spielte eine Schlüsselrolle in diesem Projekt, denn durch die Affinität zur Datenakquisition und Verknüpfung zu Vitaldaten im Kontext der  Gesundheitsüberwachung, war senetics Verantwortlich für das Arbeitspaket 5 – „Multimodale Datenfusion“.

Hierbei entwickelte senetics zunächst ein übergeordnetes Konzept, wie die Vitaldaten erfasst und gebündelt werden. Im nächsten Schritt wurde dahingehend ein Acquisition-Device entwickelt, das die Rettungskräfte direkt am Körper trugen und das per Funk mit ihrem Umfeld und der Einsatzzentrale kommunizierte. Essentielle Features wie multimodale Schnittstellen, geringes Gewicht und ausreichende Leistungsversorgung spielten hier eine wesentliche Rolle. Zudem wurden die Sensorsysteme von senetics zur Messung des Hydratationsstatus der Personen unter Laborbedingungen validiert um diese auf den Kontext von Einsatzkräfte zu übertragen.

Darüber hinaus begleitete senetics das Projekt durch die Expertise in Regulatory Affairs und CE-Zertifizierung. Denn obwohl SIXTHSENSE als Research and Innovation Action im Horizon 2020 ausgelegt war, galt die Nähe zum Markt und eine Verwertung als hohes Anliegen.

Demnach wurde eine regulatorische Strategie entwickelt, die alle Komponenten und das Gesamtsystem mit einbezog, um eine spätere CE-Konformität zu adressieren und möglichst früh mit in die Entwicklungstätigkeiten einzubeziehen. Wegen der Nähe zu Medizinprodukten, Persönlicher Schutzausrüstung und sogar IVDs, galt es hier eine umfangreichende Bestandsaufnahme aller Sensoren und Komponenten durchzuführen und diese auf die anwendbaren normativen Anforderungen zu übertragen.

Das Ergebnis

Im äußerst vielschichtigen Gesamtvorhaben wurden zahlreiche Ergebnisse erzielt, die neben Forschungsaspekten auch für die industrielle Verwertung interessant sind.

Hauptfokus galt hier dem Arbeitspaket zur Gesamtintegration des Systems, bei dem alle Komponenten, Sensorsysteme, Data-Acquisition-Device in einer Veste integriert wurden. Hiermit konnten technische Features und Schnittstellen verifiziert werden und an freiwilligen End-Usern verschiedener Feuerwehren und Bergrettungen validiert werden.

Video: https://youtu.be/DvUcLj5czsE

Bereits während des Projekts haben europäische Stakeholder ihr Interesse an der Technologie bekundet, sodass das Folgeprojekt „6sava“ entstanden ist, bei dem speziell der technologische Transfer in den Markt umgesetzt werden soll.

Die Partner

Partner

Land

TECNALIA Research & Innovation

Spanien

Aalborg Universitet

Dänemark

Technische Universität Chemnitz

Deutschland

Universidad de León

Spanien

Joanneum Research Forschungsgesellschaft

Österreich

BioNanoNet Forschungsgesellschaft

Österreich

Tecnalia Serbia

Serbien

Jobst Technologies

Deutschland

Metrohm DropSens

Spanien

Smartex

Italien

senetics healthcare group

Deutschland

Global Electronic Solutions

Serbien

TeleGroup

Deutschland

BiFlow Systems

Deutschland

Freiwillige Feuerwehr Gumpoldskirchen

Österreich

IFR

Österreich

Eucentre Foundation

Italien

Firefighters Pavia

Italien

Mountain Rescue Service of Serbia

Serbien

Association of Mountain Rescue Organizations of B&H

Bosnien Herzegowina

Prostovoljno gasilsko društvo Postojna

Slovenien

Rijeka Fire Brigade

Kroatien

Mehr Informationen

Mehr Details zu SIXTHSENSE.

Ihr Ansprechpartner

Philip Eschenbacher M. Sc. Head of Department R&D and Techlabs

Philip Eschenbacher, M.Sc.
Head of Department R&D / Projektleiter
senetics healthcare group GmbH & Co. KG
Hardtstraße 16, 91522 Ansbach
Tel.: +49 981 9724 795-0
E-Mail: philip.eschenbacher@senetics.de

Cookie Consent mit Real Cookie Banner